Teile & Support


Wer darüber nachdenkt, selber eine SAAB Sonett III zu restaurieren oder nur zu erhalten, muss primär gut recherchieren können!
Die Teileversorgung ist gar nicht so schwierig, nur muss man erst einmal herausfinden, von welchem anderen Auto das betreffende Teil eigentlich stammt!

Warum ist das so?
Die Ingenieure bei SAAB haben damals versucht, den kleinen, individuellen Sportwagen möglichst kostengünstig auf die Beine, äh Räder, zu stellen.
Nur so hatte man eine Chance, dass die hohen Herren der Chefetage dieses skurrile Projekt eines kleinen Sportwagens auch absegnen würden: Es durfte nicht zu teuer werden.
Daher wurde in vielen Fällen in die eigenen Regale gegriffen, aber auch bei anderen Herstellern wurde man fündig.
Das klingt zunächst aus einem wilden Zusammenwürfeln von Teilen, was optisch bestimmt nicht harmoniert. Zugegeben, das ist auch ein wildes Zusammenwürfeln von Teilen!
Man muss sich aber wundern, was die SAAB-Ingenieure am Ende daraus gemacht haben:
Es ist tatsächlich gelungen, die Teile so miteinander zu kombinieren, dass es überhaupt nicht auffällt und alles sehr gut miteinander harmoniert!

 


Hier einmal einige Beispiele für Teile aus anderen Fahrzeugen:
  • Die dicken Stoßfänger der letzten Baujahre: Diese stammen vom SAAB 99. Allerdings waren sie etwas zu breit für die kleine SAAB Sonett III, so dass man sie in der Mitte trennte, ein Stück herausnahm und dann wieder zusammensetzte. Daher hat die SAAB Sonett III in der Mitte der Stoßfänger jeweils so einen Gummistreifen „als Tarnung“.
  • Rückleuchten: Auch diese stammen vom SAAB 99 der ersten Generation.
  • Innentürgriffe: Und wieder hat man sich beim SAAB 99 bedient.
  • Bodengruppe: Die wurde zwar neu konstruiert, dass der Kofferraumboden aber in leicht gekürzter Variante mit der des SAAB 96 identisch ist, kann kein Zufall sein 😉
  • Hauptscheinwerfer: Exakt die gleiche Größe, wie beim VW Golf I, sogar die Löcher zur Befestigung passen exakt.
  • Zusatzscheinwerfer in der Front: Auch hier griff man offenbar auf Bewährtes von VW zurück – Die Scheinwerfer des Polo I passen hier genau.
  • Elektrik: viele Relais sind mit denen des SAAB 96 technisch gleich, auch wenn sie anders aussehen.
  • Hauptbremszylinder: Und wieder der Griff in die eigenen Regale – den finden wir auch bei den alten SAAB-Zweitaktern wieder!
  • Bremsanlage: Alle Teile der Bremse finden wir beim SAAB 95 oder SAAB 96, und die gab es in großer Stückzahl!
  • Achsen: Auch alles vom SAAB 96 oder SAAB 95 übernommen.
  • Züge für die Heizungsbedienung: SAAB 96, aber einfach ein Stück abgeschnitten und dann mit einem offenen Ende…
  • Schaltknauf: den findet man neu bei diversen Händlern für klassische VW-Käfer-Teile! Sogar die Schaltkulisse passt, sieht aus, wie original!
  • Zündschloss: Hier wurde man das etwas kreativer – offenbar schlich man bei britischen Herstellern durch die Lager 🙂
    Das Zündschloss und deren Teile findet man bei Ersatzteillieferanten für Klassiker von der Insel.
  • Seitenmarkierungsleuchten: Anscheinend hatte man an Teilen von britischen Herstellern Gefallen gefunden – auch diese finden sich dort bei zahlreichen Modellen wieder.
  • Motor: das war einfach – abgesehen von kleinen Modifikationen identisch mit dem V4 des SAAB 96 und SAAB 95.
  • Getriebe: auch dieses stammt in der Übersetzung leicht modifiziert, vom SAAB 96 und SAAB 95. Nur hat man hier die Betätigung nicht mehr am Lenkrad, sondern „normal“ zwischen den Sitzen.

Fazit: Einfach einmal ein wenig über den Tellerrand schauen und  sich andere Autos aus dieser Zeit anschauen. Da wird schnell das eine oder andere Teil auffallen!

 


Woher erfährt man die Teilenummern, um gezielt zu suchen?

Das ist eines der kleineren Probleme!
Unter folgendem Link geht es direkt zum Teilekatalog, inklusive ausführlichen Explosionszeichnungen, um alle Teile zu identifizieren
Der Zugang ist passwortgeschützt und mit den gleichen Zugangsdaten erreichbar, wie die Werkstatthandbücher.
Individuelle Zugangsdaten vergebe ich auf Anfrage.

Sonett-Ersatzteilkatalog  →

(Dateigröße: 97MB)


Und wo bekommt man Teile?

Auch das ist einfacher, als erwartet:

Die normalen Verschleißteile, wie z.B. Bremsen, Filter, Auspuffteile, Lager usw. gibt es bei SKANDIX zu bestellen. Sämtliche Teile werden in der Regel binnen 24 Stunden geliefert!
Und wenn ein Teil mal online nicht aufgeführt ist, einfach mal dort anrufen! In vielenFällen wusste man dort Rat.
Selbst so seltene Teile, wie Frontscheiben und deren Dichtung sind bei SKANDIX lieferbar!

 

Ferner empfehle ich jedem SAAB Sonett-Besitzer eindringlich die Mitgliedschaft im schwedischen SAAB-Sonett-Club! Dort sind viele alte Originalteile am Lager und in vielen Fällen werden auch Teile nachgefertigt!
Das ist zwar nicht immer ganz günstig, aber es ist (fast) alles zu bekommen. Selbst komplette GFK-Karosserien, z.B. im Falle eines Unfalls benötigt, sind erhältlich!

Links zum Club

 

Und auch in Bezug auf den Motor besteht keinerlei Anlass zur Sorge: Der V4-Motor von Ford ist so weit verbreitet, dass es alle Teile gibt und jeder gute Motoreninstandsetzer alles reparieren kann.
Komplette Motoren, Teilmotoren und sämtliche Teile sind bei MOTOMOBIL bestellbar. Die Lieferung erfolgt schnell und unkompliziert.

 


Wer kann helfen?

Bei Fragen und Problemen helfe oder vermittele ich selbstverständlich gerne! Ich habe in all den Jahren unzählige SAAB-Besitzer kennenlernen dürfen.
Darunter sind einige wirkliche Spezialisten oder solche, die aus der Not heraus zu Spezialisten geworden sind.

Die beste und meistens auch schnellste Unterstützung gibt es im SAAB-Forum online!
Im Forum gibt es spezielle Themengebiete oder Unterforen für bestimmte Modelle.
Es tummeln sich dort auch gleich mehrere SAAB Sonett-Besitzer.

SAAB-Forum saab-cars.de → 

 

Bei ganz kniffeligen Themen kann auch der schwedische SAAB Sonett-Club weiterhelfen, allerdings dann auf schwedisch oder englisch.

Wer sich selber helfen möchte/muss, der kann auf der nächsten Seite online auf die digitalisierten originalen Werkstatthandbücher von SAAB zurückgreifen. Das sind nicht irgendwelche „Wie mache ich es mir selbst-Reparaturleitfäden“, sondern die Handbücher, die auch die SAAB-Vertragswerkstätten genutzt haben!

 


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